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Ride-Hailing und Berufsausweis
Fahren duerfen ist keine Selbstverstaendlichkeit
In der Schweiz darf niemand gegen Geld einen Fahrgast transportieren, ohne vorher einen Berufsausweis geloest zu haben. Dazu kommen 26 kantonale Regime, die jedes fuer sich bestimmen, wer unter welchen Bedingungen fahren darf.
Zweitfreieste Volkswirtschaft der Welt.
OL-DEBern, 11. Maerz 2026
Der Grosse Rat des Kantons Bern hat das neue Gesetz zum berufsmaessigen Personentransport verabschiedet. Traditionelle Taxis behalten ihre Privilegien: Taxistandplaetze, Busspuren, Strassenanruf und die Taxilampe. Plattformen wie Uber und Bolt erhalten eine vereinfachte Bewilligung – Fahrten nur per App-Vorbestellung, eine Vignette statt Lampe, keine Annahmepflicht.
Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und macht Ride-Hailing in Bern deutlich einfacher als bisher. Dennoch ist es weit entfernt vom Ende. Auch die B121-Pflicht fuer berufsmaessigen Personentransport muss noch fallen. Am Schluss sollte ein normaler Fuehrerschein B plus Plattform-Freigabe reichen.
Die Reform ist noch nicht final.
OL-DEGenf: per Gerichtsurteil ins Angestelltenmodell
Das Bundesgericht bestaetigte 2022 letztinstanzlich, dass Uber-Fahrerinnen und -Fahrer im Kanton Genf als Angestellte zu behandeln sind und Uber unter das Genfer Taxigesetz faellt. Uber stellte den Dienst in Genf noch am selben Wochenende ein. Rund 1'700 Fahrerinnen und Fahrer standen von einem Tag auf den anderen ohne Einkommen da. Erst nach Zusage von Mindestloehnen durfte Uber in Genf wieder fahren.
Uber selbst haelt seither fest, ein derart restriktives Modell wie in Genf vorerst in keinem anderen Kanton einzufuehren.
OL-DEAus amerikanischer Sicht
In den USA ist praktisch jedes Auto ein Uber – jedes Privatauto kann fahren. Erzaehl mir also nicht, dass es in der Schweiz kein Uber gibt.
Wir haben Uber. Wir brauchten dafuer bloss ein Bundesgerichtsurteil, 26 kantonale Regime und einen Berufsfahrausweis.
OL-DEWie es anderswo geht
Florida (USA) und Russland haben die liberalsten Regeln fuer Uber/Bolt-Fahrer. Im Wesentlichen reicht ein normaler Fuehrerschein, Stand 2026.3.
Legende:
- TNC = Transportation Network Company (Uber/Bolt)
- CDL = Commercial Driver’s License
USA - Florida (am liberalsten, Texas/Idaho aehnlich):
- Nur normaler Fuehrerschein noetig. Kein CDL, keine Extra-TNC-Lizenz.
- Keine Pflicht-Fahrzeuginspektionen. Starke Preemption: Staedte duerfen keine eigenen Regeln machen.
- Grund: Minimaler staatlicher Rahmen, nur Basis-Sicherheit/Versicherung.
Russland:
- Frueher sehr einfach (nur Fuehrerschein + einfache Taxi-Erlaubnis). Seit 2022/2026: Registrierung, medizinisches Attest, 3 Jahre Erfahrung, Fuehrungszeugnis.
- Bleibt vergleichsweise offen. Keine Fahrer-Obergrenzen.
Andere Laender strenger (z.B. UK, Deutschland, Frankreich: Extra-Lizenzen, Schulungen).
Zusammenfassung: Florida (USA) ist in den USA am einfachsten. Russland war international am liberalsten, wurde aber etwas strenger. Immer aktuelle Gesetze pruefen. Apps haben eigene Regeln.
OL-DEDie B121-Pflicht abschaffen
Wer arbeiten will, soll arbeiten duerfen. Ein Fuehrerschein B, eine Plattform-Freigabe, ein sauberer Leumund – das reicht. Alles darueber hinaus ist Besitzstandwahrung, verkauft als Sicherheit.
Die B121-Pflicht gehoert abgeschafft. Die kantonale Zersplitterung gehoert vereinheitlicht. Und niemand sollte eine staatliche Bewilligung brauchen, um jemanden gegen Geld von A nach B zu fahren.
OL-DEQuellen
- Grosser Rat Kanton Bern, Gesetz ueber den berufsmaessigen Personentransport (11.03.2026)
- Bundesgericht, Urteile zu Uber Genf (2022)
- SRF
- NZZ
- Heritage Foundation, Index of Economic Freedom 2026 (Schweiz Rang 2)
TS120