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Tschernobyl: 40 Jahre danach
Am 26. April 1986 explodierte Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der heutigen Ukraine. Die radioaktive Wolke zog ueber ganz Europa, auch ueber die Schweiz. Diese Seite stellt die Fakten zusammen, mit Zahlen, Quellen und dem Stand von heute.
0 Tage seit der Explosion
Halbwertszeit 30,17 Jahre. Der Wert wird beim Oeffnen der Seite aus dem heutigen Datum berechnet.
Was in der Nacht geschah
Waehrend eines Sicherheitstests lief der Reaktor vom Typ RBMK-1000 bei niedriger Leistung in einem instabilen Zustand. Zwei Konstruktionsmaengel, ein positiver Dampfblasenkoeffizient und Steuerstaebe mit Graphitspitzen, trafen auf Verstoesse gegen die Betriebsvorschriften. Um 01:23 Uhr Ortszeit stieg die Leistung innerhalb von Sekunden steil an, zwei Explosionen rissen den Reaktor auf. Der Graphit brannte rund zehn Tage lang.
- Explosion von Block 4. Zwei Arbeiter sterben sofort.
- Pripjat mit rund 49 000 Einwohnern wird evakuiert, rund 36 Stunden nach der Explosion.
- Das Kernkraftwerk Forsmark in Schweden misst erhoehte Strahlung. Erst danach bestaetigt die Sowjetunion den Unfall.
- Die Wolke erreicht Mitteleuropa. Regen bringt den Fallout auch ins Tessin.
- Die 30-Kilometer-Zone wird beschlossen. Im Jahr 1986 werden rund 116 000 Menschen umgesiedelt.
- Die grossen Freisetzungen enden nach rund zehn Tagen Brand.
- Der erste Sarkophag aus Beton und Stahl ist fertig.
- Der letzte Reaktor des Kraftwerks wird abgeschaltet.
- Die neue Schutzhuelle (New Safe Confinement) wird ueber den Sarkophag geschoben.
- Russische Truppen besetzen das Gelaende.
- Eine Drohne durchschlaegt das Dach der Schutzhuelle, in der Verkleidung bricht ein Brand aus.
- Die IAEA stellt fest: Die Huelle hat ihre wichtigste Schutzfunktion, den Einschluss, verloren. Tragwerk und Messsysteme sind nicht dauerhaft beschaedigt.
Was freigesetzt wurde
Freigesetzt wurden vor allem fluechtige Stoffe. Fuer die Gesundheit entscheidend sind zwei: Jod-131 zerfaellt in wenigen Wochen, reichert sich aber in Milch und in der Schilddruese an. Caesium-137 belastet Boeden und Waelder fuer Jahrzehnte.
| Stoff | Halbwertszeit | Freigesetzt (PBq) |
|---|---|---|
| 5,2 Tage | 6 500 | |
| 8,0 Tage | 1 760 | |
| 2,1 Jahre | 47 | |
| 30,2 Jahre | 85 | |
| 28,8 Jahre | 10 | |
| 24 100 Jahre | 0,013 |
1 PBq (Petabecquerel) sind eine Billiarde radioaktive Zerfaelle pro Sekunde. Werte gerundet nach UNSCEAR 2008.
Stoff antippen: Atommodell anzeigen
Wohin die Wolke zog
Wo es in den Tagen nach dem Unfall regnete, fiel der Fallout zu Boden. Deshalb ist die Belastung fleckig verteilt und haengt nicht nur von der Entfernung ab. Die Grafiken zeigen die Flaeche mit mehr als 37 000 Becquerel Caesium-137 pro Quadratmeter, der Schwelle, ab der UNSCEAR ein Gebiet als kontaminiert zaehlt.
Zusammen rund 190 000 km², mehr als viermal die Flaeche der Schweiz. In Belarus betraf das rund ein Fuenftel der Landesflaeche, in Oesterreich rund ein Zehntel.
Wie sich die Wolke ausbreitete
Die Karten zeigen den Ablauf in groben Phasen: zuerst, wann die Wolke ein Land erreichte, dann, wie viel Caesium-137 am Ende liegen blieb. Die Tage sind auf Phasen gerundet, denn die Wolke zog in mehreren Schueben und drehte mit dem Wind.
26.04.1986: Explosion in Tschernobyl26.-28.04.: Belarus, Baltikum, Polen, Skandinavien29.04.-01.05.: Mitteleuropa, Schweiz, Norditalien, Rumaenien, Bulgarien02.-05.05.: Frankreich, Benelux, Grossbritannien, Irland, Balkan, Griechenland, Tuerkei
- 26.-28.04.: Belarus, Baltikum, Polen, Skandinavien
- 29.04.-01.05.: Mitteleuropa, Schweiz, Norditalien, Rumaenien, Bulgarien
- 02.-05.05.: Frankreich, Benelux, Grossbritannien, Irland, Balkan, Griechenland, Tuerkei
26.04.1986: Explosion in Tschernobylueber 40 000 km²5 000 bis 12 000 km²1 000 bis 5 000 km²unter 1 000 km²
- ueber 40 000 km²
- 5 000 bis 12 000 km²
- 1 000 bis 5 000 km²
- unter 1 000 km²
- unter der Schwelle oder keine Angabe
26.04.1986: Explosion in Tschernobyl30.04.1986: Die Wolke erreicht die Schweiz. Regen in der Zentral-, Nordwest- und Nordostschweizab 03.05.1986: starker Regen im Tessin, in Suedbuenden und im Waadtlaender JuraErgebnis: Caesium-137 am Boden in Becquerel pro m²
- 30.04.1986: Die Wolke erreicht die Schweiz. Regen in der Zentral-, Nordwest- und Nordostschweiz
- Tessin rund 40 000, lokal bis 50 000
- Graubuenden: Suedtaeler wie Tessin, Norden tiefer
- Ostschweiz rund 15 000
- Jura-Linie rund 5 000
- Wallis rund 3 000
- keine kantonale Einzelangabe
Werte nach Bundesrat 2002 und ENSI; Wallis nach Bodenprofilen. Mittelwerte, in einzelnen Hoehenlagen lag mehr.
Folgen fuer die Menschen
Faelle akuter Strahlenkrankheit, vor allem bei Feuerwehrleuten und Personal. 28 von ihnen starben noch 1986.
registrierte Aufraeumarbeiter (Liquidatoren) in den Jahren 1986 bis 1990.
Menschen umgesiedelt: rund 116 000 im Jahr 1986, spaeter weitere rund 220 000.
Faelle von Schilddruesenkrebs 1991 bis 2015 bei Menschen, die 1986 Kinder oder Jugendliche waren, in Belarus, der Ukraine und vier Regionen Russlands. Rund ein Viertel davon (Spanne 7 bis 50 Prozent) wird der Strahlung zugeschrieben.
Wie viele Tote? Die Schaetzungen gehen weit auseinander
Strahlenbedingter Krebs laesst sich im Einzelfall nicht von anderem Krebs unterscheiden. Die Zahl der Todesopfer wird deshalb mit Modellen geschaetzt. Das Ergebnis haengt davon ab, welche Bevoelkerung und welche Annahmen einbezogen werden.
Geschaetzte zusaetzliche Krebstodesfaelle. Balken: Spanne, Punkt: Mittelwert, wo angegeben.
Gesichert sind die Todesfaelle durch akute Strahlenkrankheit und der Anstieg von Schilddruesenkrebs. Alle Zahlen darueber hinaus sind Modellrechnungen.
Was bis heute strahlt
Auf Aeckern wurde das Caesium durch Pfluegen und Ernten verduennt. In Waeldern bleibt es im Kreislauf aus Boden, Pilzen und Tieren.
- Wildschweine in Bayern, Oesterreich und im Tessin ueberschreiten den Grenzwert fuer Caesium oft bis heute. Sie fressen Hirschtrueffel, unterirdische Pilze, die Caesium stark anreichern. Ein Teil dieses Caesiums stammt aus den Atomwaffentests der 1950er- und 1960er-Jahre.
- Wildpilze und Wild aus belasteten Waeldern werden weiter kontrolliert.
- In Schweden und Norwegen wird Rentierfleisch bis heute geprueft. Betroffen ist vor allem die Rentierhaltung der Samen.
- In Grossbritannien standen zeitweise rund 9 700 Hoefe mit Schafen unter Auflagen. Die letzten Auflagen fielen erst 2012.
- Die Sperrzone umfasst auf ukrainischer Seite rund 2 600 km², dazu kommt ein Schutzgebiet von rund 2 200 km² in Belarus, zusammen fast so viel wie der Kanton Wallis.
Erst um das Jahr 2186 ist das Caesium-137 auf 1 Prozent abgeklungen.
Die Schweiz und die Atomkraft
Die Wolke erreichte die Schweiz am 30. April 1986. Am staerksten betroffen war das Tessin, wo es an diesem Tag regnete: Dort wurden bis zu 50 000 Becquerel Caesium-137 pro Quadratmeter gemessen, der hoechste Wert der Schweiz. Rund 1 300 km² lagen ueber der Schwelle von 37 000 Becquerel.
Was 1986 in der Schweiz galt
- Ab 3. Mai 1986: Schwangere, stillende Muetter und Kleinkinder sollen keine Frischmilch trinken und kein Frischgemuese essen. Gemuese ist gruendlich zu waschen, Wasser aus Zisternen nicht zu trinken. Es waren Empfehlungen, keine Verbote.
- Viele kauften UHT-Milch aus der Zeit vor dem Unfall. Der Salat- und Gemuesekonsum brach zeitweise ein.
- 25. Mai 1986: Die meisten Empfehlungen werden aufgehoben, erhoehte Werte gibt es nur noch im Suedtessin.
- Im Tessin duerfen Schafe und Ziegen bis Ende August 1986 nicht geschlachtet werden.
- 3. September 1986 bis Juli 1988: Fischereiverbot im Luganersee, das einzige Verbot der Schweiz. Im italienischen Teil des Sees galt es nicht.
- Die Gemueseproduzenten erstritten vor Bundesgericht eine Entschaedigung von 8,7 Millionen Franken, auch die Fischer wurden entschaedigt.
- Die zusaetzliche Strahlendosis betrug im Schnitt rund 0,5 Millisievert, bei Einzelnen bis zu 5 Millisievert, vor allem ueber belastete Lebensmittel.
- Im Juni 1986 demonstrierten ueber 20 000 Menschen in Goesgen gegen die Atomkraft, die groesste Anti-AKW-Kundgebung der Schweiz.
- Bis heute: Von den im Tessin erlegten Wildschweinen werden jedes Jahr 2,5 bis 5 Prozent wegen zu viel Caesium beschlagnahmt (2013 bis 2025).
Jod-131 halbiert sich alle 8 Tage. Deshalb galten die Empfehlungen zu Frischmilch nur bis Ende Mai. Caesium-137 ist nach 100 Tagen fast unveraendert da.
Berechnet mit der Halbwertszeit von 30,17 Jahren. Verlagerung in tiefere Bodenschichten ist nicht eingerechnet.
| Kraftwerk | In Betrieb seit | Abschaltung |
|---|---|---|
| 57 Jahre am Netz | 1969 | geplant 2033 |
| 55 Jahre am Netz | 1971 | geplant 2032 |
| 47 Jahre am Netz | 1979 | offen |
| 42 Jahre am Netz | 1984 | offen |
| 47 Jahre am Netz | 1972 | abgeschaltet 2019 |
Kraftwerk antippen: Details und Brennstoff
Beznau 1 gehoert zu den aeltesten Reaktoren, die weltweit noch Strom liefern.
Am 21. Mai 2017 nahm das Stimmvolk das Energiegesetz mit 58,2 Prozent an. Seither ist der Bau neuer Kernkraftwerke verboten. Im Juni 2026 beschloss das Parlament, als Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Blackout stoppen», dieses Verbot aufzuheben, im Nationalrat sehr knapp. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Abgestimmt wird fruehestens am 28. Februar 2027.
Kernkraftwerke im Krieg
Der Krieg in der Ukraine zeigt eine Gefahr, mit der 1986 niemand rechnete. Das Kernkraftwerk Saporischschja, mit sechs Reaktoren das groesste in Europa, ist seit Maerz 2022 von Russland besetzt. In Tschernobyl hat eine Drohne im Februar 2025 die Schutzhuelle beschaedigt, die 2016 fuer rund 1,5 Milliarden Euro gebaut wurde. Fuer die Reparatur sucht die Osteuropabank (EBRD) rund 500 Millionen Euro.
Unfaelle in Atomanlagen weltweit
Ereignisse in Atomanlagen werden auf der internationalen Skala INES der IAEA eingestuft, von 1 bis 7. Jede Stufe ist etwa zehnmal schwerer als die darunter. Stufe 1 bis 3 heissen Stoerungen und Stoerfaelle, ab Stufe 4 spricht man von Unfaellen. Ereignisse vor 1990 wurden nachtraeglich eingestuft.
- 7 Katastrophaler Unfall
- 6 Schwerer Unfall
- 5 Unfall mit weiterreichenden Folgen
- 4 Unfall mit oertlichen Folgen
- 3 Ernster Stoerfall
- 2 Stoerfall
- 1 Stoerung
Alle bekannten Unfaelle ab Stufe 4 und die wichtigsten Stoerfaelle der Stufe 3
- 7🇺🇦 Tschernobyl (damals Sowjetunion), 1986
KernkraftwerkExplosion und zehn Tage Brand. Radioaktive Stoffe ueber ganz Europa, rund 4 800 km² Sperrzone bis heute.
- 7🇯🇵 Fukushima Daiichi, 2011
KernkraftwerkErdbeben und Tsunami legten Strom und Kuehlung lahm. Kernschmelzen in drei Bloecken, ueber 150 000 Menschen evakuiert.
- 6🇷🇺 Kyschtym (Majak) (damals Sowjetunion), 1957
Brennstoff- oder AtommuellanlageEin Tank mit fluessigem Atommuell explodierte. Rund 800 km² verseucht, rund 10 000 Menschen umgesiedelt, lange geheim gehalten.
- 5🇬🇧 Windscale, 1957
Militaerischer ReaktorBrand im Graphitkern eines Reaktors fuer Waffen-Plutonium. Jod-131 wurde frei, Milch aus der Umgebung wurde weggeschuettet.
- 5🇺🇸 Three Mile Island, 1979
KernkraftwerkTeilweise Kernschmelze in Block 2. Wenig Freisetzung, aber Zehntausende verliessen die Gegend.
- 5🇨🇦 Chalk River, 1952
ForschungsreaktorBedienungsfehler im Forschungsreaktor NRX, der Reaktorkern wurde zerstoert.
- 4-5🇨🇭 Lucens VD, 1969
Versuchs-KernkraftwerkKuehlungsausfall im Versuchsreaktor in einer Felskaverne, teilweise Kernschmelze. Die Kaverne wurde verseucht, das Schweizer Reaktorprogramm endete.
- 4🇫🇷 Saint-Laurent-des-Eaux, 1969
KernkraftwerkBeim Beladen schmolzen rund 47 kg Uran im Reaktor A1.
- 4🇫🇷 Saint-Laurent-des-Eaux, 1980
KernkraftwerkTeilweise Kernschmelze im Reaktor A2.
- 4🇸🇰 Jaslovske Bohunice (damals Tschechoslowakei), 1977
KernkraftwerkEin Brennelement ueberhitzte beim Beladen, der Reaktor A1 wurde danach stillgelegt.
- 4🇺🇸 SL-1, Idaho, 1961
Militaerischer ReaktorLeistungsexkursion in einem militaerischen Versuchsreaktor, drei Tote.
- 4🇯🇵 Tokaimura, 1999
Brennstoff- oder AtommuellanlageKettenreaktion ausser Kontrolle in einer Brennstofffabrik, zwei Arbeiter starben.
- 3🇪🇸 Vandellos, 1989
KernkraftwerkBrand im Maschinenhaus, der Block wurde danach stillgelegt.
- 3🇭🇺 Paks, 2003
KernkraftwerkBrennelemente wurden bei einer Reinigung schwer beschaedigt.
- 3🇬🇧 Sellafield (THORP), 2005
Brennstoff- oder AtommuellanlageRund 83 000 Liter hochradioaktive Loesung liefen im Gebaeude der Wiederaufbereitung aus.
Stufe 1 und 2 kommen in allen Laendern mit Atomanlagen jedes Jahr vor; die Aufsichtsbehoerden veroeffentlichen sie, in der Schweiz das ENSI. Die Liste der Stufe 3 ist eine Auswahl.
Das staerkste Gegenargument
Befuerworter der Kernkraft verweisen darauf, dass Kernenergie pro erzeugter Strommenge zu den sichersten Energiequellen gehoert, wenn man Unfaelle und Luftverschmutzung zusammenzaehlt, Tschernobyl und Fukushima eingerechnet. Diese Zahlen stimmen.
Der Durchschnitt verdeckt aber die Art des Risikos. Sechs Punkte zeigen den Unterschied.
1Selten, aber gross
Kohle, Oel und Gas schaden jeden Tag ein wenig, vor allem ueber die Luft. Bei der Kernkraft passiert lange nichts, dann trifft ein einziger Unfall ganze Regionen auf einmal.
2Dauerhaft
Die Sperrzone um Tschernobyl besteht seit 1986, rund 4 800 km² beidseits der Grenze. Wer 1986 geboren wurde, ist heute 40. Das Gebiet ist noch immer gesperrt, und es bleibt es fuer die naechste Generation.
3Ueber die Grenze
Die Schweiz hatte nie ein sowjetisches Kraftwerk und bekam trotzdem 1 300 km² ueber der Schwelle ab. Das Risiko tragen auch Laender, die nichts entschieden haben.
4Ziel im Krieg
Saporischschja ist seit Maerz 2022 besetzt, in Tschernobyl traf im Februar 2025 eine Drohne die Schutzhuelle. Wird ein Windrad oder eine Solaranlage getroffen, wird keine Strahlung frei.
5Gleich sicher, ohne Grossrisiko
Wind und Sonne liegen nach denselben Zahlen gleich tief wie die Kernkraft: 0,04 und 0,02 gegen 0,03 Todesfaelle pro Terawattstunde.
6Abschalten oder bleiben
Ein Kohlekraftwerk kann man abschalten, und die Luft wird wieder sauber. Eine Sperrzone bleibt.
Schematische Darstellungen, nicht massstaeblich.
Keine neuen Kernkraftwerke
Kernkraft ist zu gefaehrlich. Ein Unfall in einem Land trifft ganz Europa, so wie 1986 die Wolke aus der Ukraine bis ins Tessin zog. Deshalb: kein Neubau von Kernkraftwerken in der Schweiz. Das Neubauverbot von 2017 bleibt.
Filme und Dokumentationen
Professionelle Produktionen mit Recherche, Archivmaterial und Zeitzeugen.
- Chernobyl 2019🇺🇸 🇬🇧 Spielserie, 5 Folgen
Regie: Johan Renck
Buch: Craig MazinEmmy fuer die beste Miniserie 2019
Dramatisierte Nacherzaehlung der Nacht und der Aufraeumarbeiten. Einzelne Figuren und Szenen sind verdichtet oder erfunden.
- Chernobyl: The Lost Tapes 2022🇬🇧 Dokumentarfilm
Regie: James JonesNominiert fuer den BAFTA TV Award
Neu gefundenes Archivmaterial und Zeitzeugen, auch zur Vertuschung durch die Sowjetfuehrung.
- The Battle of Chernobyl 2006🇫🇷 Dokumentarfilm
Regie: Thomas JohnsonDie Aufraeumarbeiten der Liquidatoren mit viel bisher unbekanntem Filmmaterial.
- Chernobyl Heart 2003🇺🇸 Dokumentar-Kurzfilm
Regie: Maryann DeLeoOscar fuer den besten Dokumentar-Kurzfilm 2004
Kinder in Belarus 16 Jahre nach dem Unfall. Der im Film gezeigte Zusammenhang mit Herzfehlern ist wissenschaftlich umstritten.
- The Babushkas of Chernobyl 2015🇺🇸 Dokumentarfilm
Regie: Holly Morris, Anne BogartAeltere Frauen, die in die Sperrzone zurueckgekehrt sind und dort leben.
Alle Zahlen stammen aus UNSCEAR, WHO, IARC, IAEA und offiziellen Schweizer Quellen. Ein Punkt Abzug: Die Zahl der Todesopfer ist nur als Spanne von Modellrechnungen bekannt.
Quellen
- UNSCEAR 2000 Report, Annex J: Exposures and effects of the Chernobyl accident
- UNSCEAR 2008 Report, Annex D: Health effects due to radiation from the Chernobyl accident
- UNSCEAR 2018 White Paper: Evaluation of data on thyroid cancer in regions affected by the Chernobyl accident
- Chernobyl Forum (IAEA, WHO, UNDP) 2005: Chernobyl's Legacy: Health, Environmental and Socio-Economic Impacts
- WHO 2006: Health Effects of the Chernobyl Accident and Special Health Care Programmes
- Cardis et al. (IARC) 2006, International Journal of Cancer: Estimates of the cancer burden in Europe from radioactive fallout from the Chernobyl accident
- Fairlie, Sumner 2006: TORCH, The Other Report on Chernobyl
- Greenpeace 2006: The Chernobyl Catastrophe, Consequences on Human Health
- IAEA, statement of the Director General, 05.12.2025: New Safe Confinement safety assessment
- Kyiv Post / Dengi.ua 2026: EBRD on repair funding for the New Safe Confinement
- Staeger et al. 2023, Environmental Science and Technology: weapons-137Cs and the persistence of contamination in Bavarian wild boar
- UK Food Standards Agency 2012: removal of the last post-Chernobyl sheep restrictions
- Our World in Data (Ritchie 2020): What are the safest and cleanest sources of energy?
- Bundeskanzlei: Volksabstimmung vom 21.05.2017, Energiegesetz
- Axpo, Medienmitteilung Dezember 2024: Betrieb Beznau bis 2032/2033
- SDA / Suedostschweiz 18.06.2026: Parlament hebt AKW-Neubauverbot nach Marathondebatte auf
- cash.ch 30.06.2026: Breites Buendnis lanciert Referendum gegen den Bau neuer AKWs
- BAG: Umweltradioaktivitaet und Strahlendosen in der Schweiz, Jahresberichte
- BAG 2026: Tschernobyl-Unfall 1986, Auswirkungen auf die Schweiz (bag.admin.ch)
- ENSI 2016: Artikelserie Tschernobyl, Das Dilemma des Schutzes der Schweizer Bevoelkerung
- SRF: Die Chronologie, Tschernobyl und die Auswirkungen auf die Schweiz
- Sozialarchiv 2017: Vor 30 Jahren, Tschernobyl und Tschernobale
- Bundesrat 2002, Antwort auf die Anfrage Menetrey-Savary (via ENSI 2016: Die radioaktive Wolke zieht ueber die Schweiz)
- Natural Earth 1:50m Admin 0 Countries (Kartengrundlage Europa)
- Kantonsgrenzen: click_that_hood switzerland.geojson
- Nuklearforum Schweiz, Monatsberichte ueber den Betrieb der schweizerischen Kernkraftwerke (Nennleistungen)
- Filmangaben: Wikipedia-Eintraege und Verleiherseiten (HBO, Sky, Sundance Institute, Academy Awards)
- IAEA: INES, The International Nuclear and Radiological Event Scale, User's Manual
- ASN (Autorite de surete nucleaire) 2024: Les cahiers Histoire de l'ASN #1, examples of accidents classified on the INES scale
- Wikipedia-Eintraege und Verleiherangaben zu den genannten Filmen (Regie, Jahr, Auszeichnungen)
TS120
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