JUTZI Philipp

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Was schon feststeht

Was schon feststeht

Vier Kapitel, alle erst spaet geoeffnet

Die folgenden Verfehlungen sind amtlich aufgearbeitet und anerkannt - nicht als Einzelfaelle, sondern als staatliche Praxis. Jede von ihnen brauchte Jahrzehnte bis zur Anerkennung.

1930-1981
Administrative VersorgungenMindestens 60 000 Menschen wurden von Kantonen und Gemeinden in rund 650 Anstalten weggesperrt, ohne Delikt und ohne ordentliches Verfahren. Aufgearbeitet von einer unabhaengigen Expertenkommission, Schlussbericht 2019 unter dem Titel Organisierte Willkuer.
1926-1973
Kinder der Landstrasse586 jenischei Kinder wurden ihren Familien nachweislich weggenommen, unter Mitwirkung kommunaler und kantonaler Behoerden und mit Bundesgeldern bis 1967. 2025 anerkannte der Bundesrat, dass die Verfolgung der Jenischen nach heutigem Voelkerrecht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bezeichnen ist.
bis 1981
Fuersorgerische Zwangsmassnahmen und FremdplatzierungenZehntausende Kinder und Jugendliche wurden verdingt, fremdplatziert und in Heimen ausgebeutet. Der Bundesrat entschuldigte sich 2013, das AFZFG trat 2017 in Kraft, der Solidaritaetsbeitrag von 25 000 Franken war bis Maerz 2018 zu beantragen.
20. Jahrhundert
Zwangssterilisationen, Zwangskastrationen, ZwangsadoptionenEingriffe und Adoptionen unter Zwang gehoerten zum selben Dispositiv und wurden von der Expertenkommission mitberuecksichtigt. Sie sind bis heute schwaecher erforscht als die Versorgungen - unter anderem, weil die Akten dazu fehlen.

Das Muster ist in allen vier Kapiteln dasselbe: Jahrzehnte Praxis, dann Druck von aussen, dann ein Eingestaendnis, dann eine Kommission. Nie umgekehrt. Und jedes Mal war die erste Huerde dieselbe - die Akten.

OL-DE

Quellen

OL-DE

TS120

Faktencheck9/10

Fristen und Archivpraxis direkt bei Gesundheitsamt und Staatsarchiv des Kantons Bern erfragt und mit PatV und AFZFG abgeglichen. Ein Punkt Abzug, weil die Praxis ausserhalb des Kantons Bern nicht geprueft ist.

Stand 25.09.2026